Über die Stimmen der Liebe

 

Eine Kurzgeschichte mit dem Thema "Die Stimmen der Liebe", welche ich 2018 für einen Literaturwettbewerb von literaturpodium.de geschrieben habe.

Sie hat es in die Auserwählten zum Druck des jährlichen Buchbandes geschafft! Ich möchte sie euch nicht vorenthalten: "Madame Dupont"

 

 

»Madame Dupont«

 

Nicole nutzt erfolgreich die Lücke im Lärm.

„He, Sebastian! Du bist dran!“

Sebastian bleibt nichts anderes übrig, als möglichst unauffällig den zahlreichen Blicken auszuweichen. Gewissenhaft inspiziert er seine wohlgeformten Fingernägel der linken Hand. Wer ist diese Frau? Er sah sie letzten Donnerstag zum ersten Mal. Tom hat sie ihm vorgestellt, doch ihm war ihr Name entgangen.

Er wechselt zu den Fingernägeln seiner rechten Hand. Was soll das? Bis vor einem Moment ist es hier noch so gemütlich gewesen. Er streift Nicoles Blick. Oje. Wieder eine, die ihn aus seinem Schneckenhaus zu locken versucht. In letzter Zeit war ihm das mehrmals passiert. Warum wollen Frauen diesen Drang an ihm ausleben? Ich fühle mich sehr wohl, so, wie ich bin.

Zum Glück hält die Stille nicht lange an, im Gegensatz zu Nicoles Durchhaltevermögen. Etwas lauter insistiert sie: „Komm schon, Sebastian! Alle haben eine Geschichte erzählt! Nur du noch nicht!“

Er braucht nicht aufzublicken, er spürt auch so die wiedergekehrten Blicke, wie zu heiß eingestelltes Wasser unter der Dusche über Kopf und Körper rinnen. Bemüht um inneren Ausgleich, rutscht er in seinem Sessel hin und her – als ob ihm dieser zum Dank seine Gemütlichkeit von vorher zurückgeben würde.

 

Wie jeden Donnerstagabend hat der Jugendtreff der kleinen Stadt für Freunde zwischen zwanzig und dreißig Jahren seine Türen geöffnet. Sebastian ist mit seinem Kumpel Tom gekommen. Tom, seit Kindergartentagen sein bester Freund und das, obwohl sie beide unterschiedlicher nicht sein könnten. Ja, vielleicht gerade deswegen haben sich ihre Wege nie wirklich getrennt. Tom redet dauernd und unbekümmert zu laut, knüpft unendlich viele Kontakte, vor allem mit dem weiblichen Geschlecht und fühlt sich offensichtlich im Rampenlicht am wohlsten. Für Sebastian bleibt da meistens nur die Existenz im Schatten seines Freundes - genau richtig für ihn. Da kann er sich wunderbar verstecken und doch dabei sein und nichts verpassen.

In die ungewollte Situation geraten zu sein, im Mittelpunkt zu stehen, stört ihn ungemein. Der üble Geruch von gestresstem Schweiß steigt ihm in die Nase. Er rutscht intensiver in seinem Sessel hin und her, aber anstatt die erstrebte Gemütlichkeit wiederzuerlangen, legt sich der abgewetzte Stoff in Falten und droht damit, reißen zu wollen. Die Stimmen setzen wieder ein und der Stoff glättet sich wie von alleine.

„Also ich möchte gerne Sebastians Geschichte hören. Wie sieht's mit euch anderen aus?“

Mittlerweile nervt Nicole total. Sie lässt wirklich nicht locker, im Gegenteil, demonstrativ macht sie es sich auf dem roten Plüschsofa bequem, platziert ihre Füße auf dem kleinen Beistelltisch und öffnet gemächlich eine Flasche Bier.

Gut ein Dutzend junger Menschen sind für diesen Abend zusammengekommen. Sie haben sich mit Snacks, Bier oder Limonade versorgt und die abgenutzten - doch gerade deswegen - so gemütlichen Sofas und Sessel in Beschlag genommen. Man hatte eine Erzählrunde gestartet und für einmal blieb die Musikanlage stumm. Reihum gaben sie, je nach Belieben, ihre Geschichten zum Besten. Dabei war allerlei Lustiges, Spannendes und Interessantes herausgekommen. Ganz im Sinne Sebastians war ein überaus gelungener und gemütlicher Abend entstanden - bis Nicole nicht genug kriegen konnte!

Leider sind deswegen auch die anderen auf den Geschmack einer aller letzten Geschichte gekommen. Sebastian erkennt, dass es kein Entrinnen mehr gibt. Währenddessen sich seine Freunde mit übriggebliebenen Snacks und Bier versorgen, überlegt er krampfhaft und mit drückenden Falten unter seinem Hinterteil, was er denn erzählen könnte. Natürlich kommt ihm nichts in den Sinn. Wie auch? In solchen Situationen fühlt sich sein Gehirn wie eine unbrauchbare, schwammige Masse an. Tom hält ihm eine Flasche Bier hin. Geistesabwesend nimmt er sie und trinkt instinktiv einen langen Schluck – als ob das nützen würde.

»Ähm, ich bin kein guter Erzähler. Außerdem habe ich gar nichts zu erzählen.«

»Nun komm schon!«, meint Tom. »Du warst doch letzten Monat auf dieser Zugfahrt in Schottland! Darüber wirst du bestimmt etwas erzählen können.« »Ok. Also.« Seine Stimme klingt brüchig, so als ob man vergessen hätte, sie zu ölen. »Ähm. Also. Da kommt mir eine Begegnung im Zug in den Sinn.«

»Oh! Eine Begegnung!« Tom grinst vergnügt und zwinkert den Anderen zu.

 

Sebastian bekommt Toms Tändelei gar nicht mit, er ist mit seinen Gedanken bei Madame Dupont angekommen und dadurch ganz von alleine ruhig geworden. Seine Stimme klingt jetzt fest und friedlich und mitten ins Gelächter fängt er zu erzählen an.

 

Ich saß im Salonwagen des Royal Scotsman und trank meinen Cream Tea mit Scones und Clotted-Cream.

Der Royal Scotsman ist ein bordeauxroter Luxuszug mit der Atmosphäre eines schottischen Country-House-Hotels, welches auf Schienen von Edinburgh aus mehrere Tage lang, durch die atemberaubende Schönheit der schottischen Highlands gefahren wird.

Es war fünf Uhr nachmittags und sobald alle vierzig Fahrgäste eingetroffen waren, würde der Zug Richtung Perth abfahren. Ich war einer der Ersten gewesen, der vom Zugpersonal mit Dudelsackgebläse und rotem Teppich empfangen worden war. Ich hatte dieselbe Zugfahrt zwei Jahre zuvor schon einmal unternommen und freute mich sehr darauf, diese ganz spezielle, ja schier surreale Atmosphäre nochmals erleben zu dürfen.

Mein Gepäck hatte der Steward in mein Abteil gebracht. Eine Kabine mit zwei Einzelbetten, dunkelglänzendem Holz und komfortablen Möbeln im Stil Anfang des letzten Jahrhunderts. Der gesamte Zug war 1985 traditionell renoviert und modernisiert worden und fuhr seither unzählige Touristen durchs Land.

Mein Kabinennachbar war noch nicht eingetroffen und so hatte ich mich in den Salonwagen begeben, um eine Tasse des weltberühmten britischen Afternoon-Teas zu genießen. Dabei konnte ich wunderbar dem Getreibe auf dem Perron von Warveley Station zusehen.

Warveley Station ist ein Bahnhof aus der Zeit der Königin Victoria und zentral in Edinburgh gelegen. Alles ist hier in ursprünglicher Architektur renoviert und den heutigen Ansprüchen entsprechend modernisiert worden. Einzigartig und für jeden, der sich für diese Zeit interessiert, eine Reise wert. 

 

Lautstark hustet Tom nach einem Schluck Bier in die Luftröhre.

Noch nie hat er seinen Freund so reden hören. Ungeduldig warten die Anderen das Ende seines Gehustes ab, um gleichermaßen überrascht wie überwältigt sich erneut Sebastian’s Erzählung hinzugeben.

Dieser hat offensichtlich die perfekte Sitzposition gefunden und macht den Eindruck, als säße er tatsächlich im Royal Scotsman.

 

Wie schon gesagt, ich freute mich auf diese mehrtägige Zugfahrt durch Schottlands Hochland. Zwar entsprechen Luxusreisen und die meisten ihrer Teilnehmer nicht meiner ökologischen und ethischen Welteinstellung, doch gibt es keine bessere Art, sich Schottlands Geschichte und Landschaft zu Gemüte zu führen.

Diese royalen Umgangsformen und die perfekt dazu passenden Bahnwagen, sind wir uns hier überhaupt nicht gewohnt. Dort jedoch, sind sie nicht nur Teil der schottischen Geschichte, es ist die Geschichte selbst.

Ich strich den dicken Rahm auf meinen Scone und schaute zu, wie die eintreffenden Gäste mit traditionellen schottischen Klängen über den roten Teppich in den Zug geführt wurden. Sogar die Uniformen des Zugpersonals waren in ursprünglicher Form nachgenäht.

Man wurde unweigerlich in eine andere Zeit versetzt und passte sich dieser Zeit - interessanter Weise - ebenso übergangslos, wie auch unbewusst, an.

 

Dementsprechend saß ich mit geschlossenen Beinen und geradem Rücken in meinem Sessel und genoss mit spitzen Fingern die Tasse Tee.

Nein! So dramatisch war es nicht – oder vielleicht doch? Leider kann ich das nicht selber beurteilen. Jedenfalls täte vielen hier eine solche Zeitreise in Gentlemans Umgangsformen gut.

 

Sebastian trinkt einen Schluck Luft mit spitzen Fingern und behält dabei einen ernsten und äußerst höflichen Gesichtsausdruck. Danach sieht er seinen breitbeinig dasitzenden Kumpel Tom zwinkernd an. Dieser schließt etwas zu schnell die Knie und lautes Gelächter schallt durch den Raum.

Sebastian grinst in seine Erinnerung hinein und erzählt weiter.

 

Bald waren fast alle Sofas und Sessel von Fahrgästen aus aller Welt eingenommen. Wegen seiner riesigen Fenstern wurde dieser Teil des Zuges auch Panorama-Wagen genannt. Hier verbrachte man die meiste Zeit der Reise damit, die atemberaubende, schottische Natur mit ihrer weiten, kahlen Landschaft unter dem stets wechselhaften Himmel zu bestaunen.

Zuerst einmal aber bestaunte ich immer noch das einzigartige Prozedere auf dem Bahnsteig.

Eine Dame bat darum, im Sessel neben mir Platz nehmen zu dürfen. Ich schätzte sie etwa zwanzig Jahre älter als mich. Sie trug ein einfaches, olivgrünes Reisekleid mit dazu passender Jacke und Tasche. Ihre blond-grau melierten Haare hatte sie sich mit einem ebenfalls grünen Band zurückgebunden. Sie sprach mich in fließendem Englisch an, wobei der französische Akzent sofort ihre Herkunft verriet.

Was mir besonders an ihr auffiel, waren ihre Augen. Nicht das Blau und auch nicht die vielen kleinen Fältchen in den Ecken. Nein, es war ihr gütiger Ausdruck. Noch nie hatte ich jemanden einen solch gütigen Blick tragen sehen.

Diese Frau strahlte so intensiven Frieden aus, dass er wie von Zauberhand auf mich überging. Sofort fühlte ich mich rundum wohl in meinem Plüschsessel neben ihr. Sie saß ebenfalls mit geschlossenen Beinen und geradem Rücken da. Ihre langen, gepflegten Hände leicht gefaltet im Schoss, ganz so, als ob sie es nie anders gewohnt wäre.

Wir kamen schnell ins Gespräch und nach ein paar Sätzen in Englisch einigten wir uns aufs Deutsche. Sie war Französin, redete aber sehr gut deutsch - obwohl auch dies mit starkem französischem Akzent. Sie sei in der Bretagne aufgewachsen und habe schon von klein auf zwei Sprachen gelernt. Bretonisch und französisch. Wahrscheinlich falle es ihr deswegen leicht, weitere Sprachen zu lernen. Außerdem sei es auf Reisen sehr praktisch, die Sprache des Landes zu beherrschen.

Sie hatte eine wunderbar liebenswürdige Art zu reden, sie schien dabei mit dem gemütlichen grünen Sessel zu verschmelzen.

Der Zug setzte sich in Bewegung und wir fuhren Richtung Forth Bridge. Das ist eine zweieinhalb Kilometer lange, vollkommen rotgestrichene Eisenbahnbrücke, die über den Fluss Firth of Forth führt. Sie war die erste Brücke, die vollständig aus Stahl und nicht mehr wie bis dahin üblich, aus Schmiedeeisen angefertigt worden ist. Dies geschah gegen Ende des 19. Jahrhunderts, zur Zeit, als sich Gustave Eiffel anscheinend von dieser Brücke für den Eiffelturm hat inspirieren lassen.

Der Firth of Forth ist ein achtzig Kilometer langer Meeresarm an der Ostküste Schottlands und gleichzeitig die Mündung des Flusses Forth in die Nordsee. Die Brücke ist eine wichtige Verbindung über die stark von den Gezeiten beherrschte Gegend. Firth bedeutet Fjord. Und um von Edinburgh in die Highlands zu gelangen, muss zuerst dieser Fjord überquert werden. Hier verschwinden die Vororte von Edinburgh.

Die Zahl der Häuser nimmt allmählich ab und macht Platz für die von Millionen Menschen bewunderte schottische Landschaft. Unendliche Weiten mit Heidekraut bewachsener Berge, baumloser Wiesen, Moore, tiefschwarzer Seen machen sich breit; durchsetzt mit historischen Herrensitzen, romantischen Schlössern und weltberühmten Whiskey-Destillerien.

Anders ausgedrückt: Man fühlt sich wie in einem Gemälde.

Die Zeit verging rasend schnell und bald schon wurden wir vom Schaffner aufgefordert, uns für das Dinner umzuziehen. Es war ein formelles Dinner angesagt, was klare Kleidervorschriften und somit Smoking oder Kilt für die Herren und Cocktailkleid für die Damen bedeutete. Mann konnte einen originalen schottischen Kilt mieten, doch ich hatte meinen eigenen Smoking dabei.

 

Sebastian hält inne und schaut sich etwas unsicher um. An dieser Stelle hat er mit Gelächter gerechnet, doch es blicken ihn bloß viele faszinierte Augenpaare an.

»Du hast einen Smoking?!« Tom schafft es als Einziger, etwas zu sagen.

»Ja. Habe ich.«

Sebastian nimmt sich einen Schluck Bier und ist in Gedanken schon wieder im Zug.

 

Meine nette Gesprächspartnerin verabschiedete sich, man würde sich bestimmt in den nächsten Tagen wiedersehen und auch ich machte mich auf den Weg zu meinem Abteil. Meinen Kabinennachbar hatte ich bisher noch nicht angetroffen und ich war neugierig, wie er wohl sein würde.

Im Gang meines Schlafwagens sah ich zu meiner Überraschung die nette Dame wieder. Sie redete auf den Schaffner ein und als ich näher kam, hörte ich mehrmals meinen Namen »Dupper« sagen. Ich ging auf die Beiden zu. Gerade hörte ich den Schaffner wiederholt, sich in aufrichtiger Verlegenheit zu entschuldigen.

»Es muss sich ein Fehler in der Reservierung eingeschlichen haben, Madame, es tut mir außerordentlich leid. Offensichtlich hat das System Dupont und Dupper als einen Namen erfasst. Es tut mir wirklich sehr leid! Ich würde nichts anderes lieber tun, als Sie umzuquartieren, doch leider sind alle anderen Kabinen besetzt.« Die Dame hatte mich erblickt und schaute mich verunsichert - ja mir schien ängstlich - an. Immer noch war sie sehr freundlich, doch diese Friedlichkeit von vorher, war nicht mehr zu erkennen.

»Ich bin Sebastian Dupper und mein Abteil ist die Nummer 28.« Der Schaffner schaute mich gequält an.

»Mister, es tut mir wirklich, wirklich sehr leid, unser Reservierungssystem hatte wohl in Problem. Sie wurden hier mit Madame Dupont ins selbe Abteil eingeteilt.« Nun schaute mich die nette Dame völlig entsetzt an.

»Sie haben uns wohl als Ehepaar registriert! Dabei habe ich ausdrücklich eine Einzelkabine bestellt!« Die arme Frau war sichtlich erschüttert. Auch der Schaffner tat mir leid. Er versuchte, das Ganze mit erneuten Entschuldigungen wieder gut zu machen.

Ich hatte bewusst eine kostengünstigere Zweier-Kabine gebucht und war somit dazu bereit, diese mit jemandem zu teilen. Mit einem weiblichen Kabinennachbar hatte ich natürlich nicht gerechnet, doch mit dieser liebenswürdigen Dame würde ich mich ganz bestimmt gut verstehen.

Sie aber starrte mich nur verzweifelt.

»Verzeihen Sie, ich hatte es vorhin unhöflicherweise versäumt mich vorzustellen. Sebastian Dupper. Sehr erfreut, Ihre Bekanntschaft gemacht zu haben.« Ich hielt ihr meine Hand hin.

Der Schaffner hielt den Atem an und die Dame lächelte, wenn auch etwas zögerlich.

»Dupont. Ganz meinerseits. Wir werden bestimmt gut miteinander zurecht kommen.« Der Schaffner atmete gut hörbar wieder, blickte uns dankend an und Madame Dupont nahm meine Hand. Einen Moment lang standen wir befangen da. Doch durch das Wissen unserer unabänderlichen Situation, hielten wir es beide für sinnvoll, möglichst schnell eine gute Lösung zu finden. Meine Freude darüber, einen derart liebenswürdigen Menschen kennengelernt zu haben, fing hier an, in Bewunderung umzuschlagen.

»Ich warte auf dem Gang, Madame.«

»Oh nein, nein! Ziehen Sie sich ruhig um. Sie werden nicht so lange brauchen, wie ich und können sich hernach an der Bar amüsieren.«

Ich zog mir schnell meinen Smoking an, überließ ihr die Kabine und steuerte in Richtung Bar. Dort bestellte ich mir einen Martini dry. Die Barhocker waren mit dunklem Leder überzogen und luden, nur schon durch ihren luxuriösen Sitzgenuss, zu vielen Drinks ein. Ich nannte dem Barmann meine Kabinennummer und sofort ging eine neue Salve von Entschuldigungen wegen der Umstände und der fehlgeschlagenen Reservation los. Er ließ mich wissen, dass sie uns einen besonders schönen Tisch hergerichtet hätten, ganz ohne jegliche Zugluft, weit weg von Türen und Lärm.

Ich bedankte mich höflich und beteuerte, dass es wirklich keine Umstände wären – diese spezielle Atmosphäre der übertriebenen Höflichkeit war dieser Grund, warum ich die Reise zweimal erleben wollte.

Ich war überzeugt, mit Madame Dupont in einer Kabine zurecht zukommen und freute mich umso mehr auf die kommenden Tage voller interessanter Gespräche. Diese faszinierende Dame hatte in mir den Eindruck erweckt, viel erlebt zu haben und ich war gespannt darauf, mehr über sie und ihre Ansichten zu erfahren.

Vorhin im Korridor hatte sie jedoch richtig Angst gehabt. Ich hoffte, dass sie sich nicht vor mir fürchtete, sondern sich bald wieder wohl fühlen würde.

Die erste Nacht jedenfalls, sollten wir nicht in unserem Abteil verbringen ...

 

Sebastian verstummt einen Moment.

Ernst und in sich gekehrt, schaut er aus den Fenstern des Jugendtreffs. Er bemerkt nicht, dass er da nur die Dunkelheit der kleinen Stadt sieht, so sehr ist er in seine Geschichte vertieft.

Seine Freunde warten geduldig auf die Fortsetzung. Sebastian lässt sich Zeit. Dann nimmt er einen großen Schluck Bier. Die Anderen automatisch auch. Man hat das Gefühl, die Atmosphäre des Royal Scotsman habe sich um sie herum niedergelassen.

 

Ich denke, ich tue Madame Dupont nicht Unrecht, euch unsere Begegnung zu erzählen. Im Gegenteil. Ich denke, es gibt mir die schöne Gelegenheit, ihr meine Bewunderung und Wertschätzung auszudrücken - auch wenn sie es nicht persönlich mitbekommt. Diese aufrichtige Freundlichkeit und Güte stand so krass im Verhältnis zu dem, was sie erlebt hatte. Ich kann gar nicht mit Worten ausdrücken, wie viel es mir bedeutet, sie kennen gelernt zu haben, und bin ihr zutiefst dankbar dafür.

 

Alle Tische waren bereits mit den elegant gekleideten Fahrgästen besetzt. Ich saß immer noch an der Bar. Madame Dupont kam spät, so als ob sie am Liebsten gar nicht gekommen wäre. Sie trug ein fliederfarbenes Cocktailkleid, um die Schultern eine dazu passende Stola in glitzerndem, hellem Silber und zwischen ihren schönen, langen Fingern hielt sie eine sehr kleine Handtasche derselben Farbe.

Sie sah wunderschön aus. Erst da wurde ich mir ihrer Schönheit bewusst. Die Leute drehten sich nach ihr um, doch sie schien das gar nicht zu bemerken. Sie kam zu mir an die Bar und erst jetzt bemerkte sie, dass sie mich hatte warten lassen.

»Bitte entschuldigen Sie mich. Es ist mir nicht in den Sinn gekommen, dass wir nun auch zusammen essen. Ich muss mich darauf einstellen, wie ...,«, sie dachte kurz nach, »...dass wir zu Tante und Neffe gemacht wurden.«

Ich verstand, nickte ihr freudig zu und schon war der Oberkellner an unserer Seite.

»Mister Dupper, gestatten Sie mir, Ihre Tante an Ihren Tisch zu führen.« Madame Dupont lächelte galant. Sie mussten wohl Ohren überall haben, hier. Ich lächelte ebenfalls.

»Ich bitte darum.«

 

Das Essen war phänomenal. Die verschiedenen Gänge wurden auf stilechtem Geschirr serviert und die dazu erlesenen, edlen Weine in Kristallgläsern ausgeschenkt. Wir überließen es dem Oberkellner, uns zu verwöhnen und genossen es in vollen Zügen, in dieser eh schon elitären Atmosphäre, eine Spezialbehandlung zu erhalten.

Der Wagen war dezent mit kleinen Tischlampen beleuchtet. Einzig auf unserem Tisch standen Kerzen. Die anderen Gäste mussten sich gefragt haben, welch berühmte Persönlichkeiten sie da begleiteten. Dabei waren wir beide nur einfache Leute in schönen Kleidern, denen das Reservierungssystem Schicksal spielte. Einmal mehr wurde mir bewusst, wie im richtigen Leben nicht die Kleider die Leute machten, sondern grundsätzlich wie sie diese trugen.

 

Im Kerzenlicht kam Madame Duponts Schönheit noch mehr zur Geltung. Sie hatte die Haare hochgesteckt, sodass ihr langer Hals sichtbar wurde. Dessen edle Linie verzauberte die Männer. Sie hatte reine, straffe Haut und einen gesunden Teint und war nur ganz dezent geschminkt.

Sie hielt das Gespräch auf äußerst freundliche Art am Laufen, wobei sie die Gabe hatte, die Konversation absolut nicht langweilig oder gar oberflächlich werden zu lassen. Im Gegenteil, wir amüsierten uns köstlich! Dabei hüpften wir von einem interessanten Thema zum nächsten.

Wäre ich zwanzig Jahre älter gewesen, hätte ich mich sofort in diese Dame verliebt. Sie jedoch, schien solcher Aufmerksamkeiten gegenüber absolut gleichgültig; ja ich würde sagen, sogar ablehnend zu sein.

Als wir beim Dessert angelangt waren, griff sie das Thema der gemeinsamen Schlafkabine so plötzlich auf, dass ich zuerst etwas erschrak.

»Sebastien«, sie sprach meinen Namen auf die französische Weise aus, »ich möchte, dass Sie wissen, dass es mir unangenehm ist, mit einem Mann den Schlafraum zu teilen.«

Ich fühlte mich erstaunlicherweise nicht angegriffen und brachte nochmals den Vorschlag, mit dem Schaffner zu reden. Doch Madame Dupont winkte rasch ab.

»Das ist es nicht, was ich sagen wollte.« Sie schaute mich ruhig an, schloss ihre Hand um das Weinglas, schloss kurz die Augen und sah mich dann wieder ruhig und offen an.

»Ich wollte es Ihnen einfach sagen. Das war mir wichtig. Es geht nicht gegen Sie oder Ihre Person, ganz im Gegenteil, ich könnte mir niemanden Besseren vorstellen.«

Ich spürte Verlegenheitsröte in mir aufsteigen.

»Ich möchte Ihnen erzählen, warum es so ist, wie es ist.« Und schnell fuhr sie fort: »Wenn es Ihnen denn nicht unangenehm ist.« Sie blickte zum Fenster hinaus und mir fiel auf, dass wir gar nichts von der vorüberziehenden Landschaft mitbekommen hatten. Nicht die spiegelglatten Lochs, die ihre Seeoberfläche in der Sonne glänzen ließen, nicht die melancholisch-betörende Schönheit der bewaldeten Berghänge und auch nicht die dramatischen Felsformationen in der unbändigen Gischt der Küste entlang. So sehr waren wir in unsere Gespräche vertieft gewesen.

»Natürlich ist mir das recht.« Ich ließ noch eine Flasche Rotwein kommen und lehnte mich in meinem Sessel zurück.

Madame Dupont nahm einen großen Schluck und fing zu erzählen an.

 

Ich wurde als Älteste von acht Geschwistern in einem Fischerdorf an der bretonischen Atlantikküste geboren. Mein Vater war, wie sein Vater und dessen Vater auch schon, Fischer und fuhr jeden Tag, vor Sonnenaufgang aufs Meer hinaus. Nachmittags kam er zurück und begab sich auf direkten Weg ins Wirtshaus. Dort blieb er bis in die Nacht, bis er betrunken war und bis sie ihn nach Hause schickten.

Meine Mutter war eine eingeschüchterte Person. Nichtsdestotrotz war sie kräftig und stark und arbeitete von frühmorgens bis spätabends. Sie besorgte den Haushalt, kochte, flickte und putzte und schaute zu uns Kindern. Zu alledem flickte sie jeden Nachmittag meinem Vater die Fischernetze. Sie brachte es Monat für Monat fertig, mit dem bisschen Geld, das nach Vaters Sauferei übrigblieb, genügend Essen und Kleider für uns alle herzuzaubern.

Wir wohnten in einem dieser typisch bretonischen Fischerhäuser nahe der Küste, außerhalb des Dorfes. Das Haus hatte mein Urgroßvater eigenhändig mit Steinen aus der Umgebung gebaut. Erdgleich befand sich die offene Küche und die Schlafgelegenheiten meiner Geschwister. Auf jeder Breitseite war eine offene Feuerstelle mit Kamin. Meine Eltern schliefen in der kleinen Kammer unter dem Dach und ich, als Älteste, in der noch kleineren Kammer nebenan. Bei uns roch es konstant nach Meer, Wind und Fisch. Das Klima dort ist rau. Es bleibt einem nichts anderes übrig, als sich damit abzufinden.

 

Bei der Geburt meiner jüngsten Schwester starb meine Mutter. Ich denke, sie hatte einfach genug von ihrem harten Leben, ohne Hoffnung auf Änderung und überließ sich deshalb dem Tod. Ich war damals gerade mal fünfzehn Jahre alt und unendlich traurig.

Wie sollte es bloß ohne Maman weitergehen? Was sollte ich bloß ohne sie tun? Ich hatte keine Angst vor meinem Vater, auch nicht, wenn er betrunken fluchte oder herrisch am Küchentisch saß. Ich hatte ihn aber auch nicht lieb, so wie Maman.

Uns war Respekt beigebracht worden und so respektierte ich meinen Vater.

 

Als ich noch klein war, etwa sechs oder sieben Jahre alt, lebte Tad-koz bei uns. Tad-koz ist bretonisch und bedeutet Großvater. Er war Mamans Vater und ein von Herzen gütiger Mensch. Ich liebte ihn über alles. In seinem Leben war er Buchhalter gewesen und ich dachte lange Zeit, die Zahlen müssten etwas damit zu tun haben, wenn ich Menschen traf, die gute Herzen hatten.

 

Madame Dupont hielt einen Moment inne, lächelte versonnen und schaute zum Fenster hinaus, obwohl dort mittlerweile nicht mehr als die Dunkelheit der schottischen Nacht zu sehen war. Ich ließ meinen Blick auf ihr ruhen. Ich konnte mir diese Dame äußerst schwer in einem kleinen Steinhaus voller Menschen, Rauch und feuchter Kälte vorstellen. Sie seufzte, ohne es zu bemerken und fuhr leise fort.

 

Immer wenn ich traurig war oder mir weh getan hatte und weinte, tippte mir Tad-koz mit seinem runzligen, langen Zeigefinger auf mein Brustbein und sagte: »Da hinter, ma petite, da hinter diesem Knochen hat jeder Mensch ein Lichtlein, so etwas wie eine Laterne, weißt du. Das ist die Liebe. Sie macht alles wieder heil.«

Tad-koz war sehr religiös. Damals waren das alle. Wir gingen jeden Sonntag zur Kirche und beteten vor dem Essen und dem Schlafengehen um Schutz, Gesundheit und genügend Essen zu bekommen. Jeden Tag. Und obwohl ich es schon damals fraglich fand, dass man jeden Tag zu dem Vater im Himmel betete und versprach, brav und fleißig zu sein, während dieser sogenannt allmächtige Vater den eigenen Vater jede Nacht betrunken, mürrisch und einen schlechten Menschen sein ließ.

Umso intensiver beharrte Tad-koz auf seiner Laterne und klopfte mir weiterhin aufs Brustbein. Leider war er damals schon alt und starb für mich viel zu früh.

 

Auch für Maman war das ein schwerer Verlust gewesen. Ich glaube, sie hat sich nie mehr richtig erholt davon. Sie hatte beide Elternteile verloren und ich meinen letzten Großelternteil. In der Verwandtschaft blieben zwei Tanten, Schwestern väterlicherseits übrig. Die aber hatten den Kontakt zu uns abgebrochen. Sie schalten meinen Vater einen herrischen Säufer, mit dem sie nichts zu tun haben wollten.

Maman hatte ebenfalls zwei Schwestern gehabt, aber sie waren ebenfalls beide gestorben. Die eine als Kind an Kinderlähmung und die andere später, bei einem Autounfall. Leider habe ich sie nie kennengelernt, aber Maman hat, während der unendlich vielen Stunden gemeinsamen Netze Flickens, dauernd über sie geredet.

Selbstverständlich halfen wir Kinder bei allen Arbeiten mit. Wie sonst hätte Maman auf uns aufpassen können. Jeder bekam einfach immer etwas zu tun. Ich wurde meistens als Kindermädchen für meine Geschwister gebraucht. Ich schaute gerne zu den Kleinen und übernahm Verantwortung für die Größeren. Das war nichts Besonderes für mich, ich war ja da hinein gewachsen.

Als Maman starb, holte mich mein Vater von der Schule und ließ mich von da an nicht mehr dort hingehen. Ich sei die Älteste und habe folglich ab sofort zu Hause zu bleiben und die Arbeiten meiner Mutter zu übernehmen.

Meine beiden noch lebenden Tanten wollten weiterhin nichts mit ihrem Bruder und dessen Bälger zu tun haben. Also blieb ich fortan zu Hause. Für mich war das eine logische Konsequenz, die das Leben brachte und ich hatte mich da unterzuordnen.

Ich hatte keine schlechten Gedanken gegenüber Maman, weil sie mich alleine gelassen hatte. Im Gegenteil, etwas in mir brachte großes Verständnis ihr gegenüber auf. Sie hatte es nun gut, dort wo sie jetzt war.

 

Etwa einen Monat nach Mamans Beerdigung kam mein Vater, wie immer, nachts betrunken aus dem Wirtshaus die Treppe hoch und weckte alle mit seinem Gepolter und Gefluche auf.

Diesmal ging er nicht ins Elternschlafzimmer, sondern kam in meine kleine Kammer. Er knipste das Licht an, nahm mein Gesicht zwischen seine klebrigen Hände und drehte es grob hin und her.

»Du bist ja ein ganz hübsches Mädchen, ganz so wie deine Mutter.« Er lallte mir den grässlichen Geruch von Alkohol, Schweiß und Fisch ins Gesicht. Mir wurde schrecklich übel. Dann griff er mir an meine Brüste, drückte sie fest und lallte wieder in mein Gesicht. »Hmmm. Ganz wie deine Mutter.« Ich erstarrte. Damals hatte ich keine Ahnung, was er da mit mir machte. Ich war nicht aufgeklärt worden und Maman redete nie über diese Sachen zwischen ihr und meinem Vater. Ich spürte aber, dass es nicht richtig war, was er da tat, es tat mir weh und vor allem ekelte es mich zutiefst. Ich blieb die ganze Nacht komplett erstarrt liegen.

In diesen schrecklichen Stunden ist mir wieder Tad-kozs Laterne in den Sinn gekommen und ich versuchte, an nichts anderes zu denken, als an dieses Licht in meiner Brust.

Das half mir all die Jahre durchzuhalten. Es hilft mir auch heute noch – jeden Tag.

Eines Tages packte ich dann meine Sachen und ging für immer weg. Damit hatte ich solange gewartet, bis all meine Geschwister aus dem Hause waren. Ich weiß nicht genau warum, doch ich konnte sie nicht im Stich und alleine mit unserem Vater lassen. Kurz bevor sich meine jüngste Schwester vermählte, sprach mein Vater mich grinsend an.

»Nun sind wir bald alleine, wir zwei.«

»Nein.« Ich hatte laut, aber ruhig geantwortet. »Ich gehe weg von hier.«

»Ha, ha, ha! Wo willst du denn hin! Dich will doch keiner! So wie du dich anstellst! Du hast kein Geld, ja nicht einmal einen Beruf!« Es hatte ihn regelrecht amüsiert zu wissen, wie sehr er mich in seiner Gewalt glaubte. Am Tag nach der Hochzeit, nachdem er aufs Meer hinaus gefahren war, habe ich einen Rucksack mit ein paar Sachen gepackt und bin einfach gegangen. Ich habe niemandem etwas gesagt, auch meinen Geschwistern nicht.

Was hätte ich auch sagen sollen.

 

Sie machte eine lange Pause, nahm einen großen Schluck Wein. Schon dachte ich, sie würde nicht weiter reden. Trotzdem getraute ich mich nicht, mich zu bewegen. Ich war zutiefst berührt, wie viel Vertrauen sie mir entgegenbrachte. Einfach so. Es kam mir vor wie ein Geschenk ohne Erwartung. Trotz ihrer so unsäglich traurigen Geschichte fühlte ich mich gut. Ja, dankbar fühlte ich mich. Dankbarkeit ist ein wunderschönes Gefühl. In meine Gedanken hinein sprach sie weiter.

 

Das ist nun schon einige Jahre her. Ich lebe jetzt in London in einer kleinen Wohnung mitten in der Stadt, bin eine gefragte Treuhänderin und kann es mir erlauben, zwei-drei Mal im Jahr schöne Ferienreisen zu unternehmen.

Mir geht es gut und ich bin glücklich - ich habe ja immer Tad-kozs Laterne bei mir!

Einzig esse ich keinen Fisch mehr und nächtige bevorzugt ohne männliche Begleitung in Zugabteilen. Aber da Sie nun einmal zu meinem Neffen gemacht wurden und Sie meine Geschichte kennen, macht es mir nicht mehr so viel aus, mit Ihnen die Kabine zu teilen. Und das erleichtert mich ungemein.

 

Jetzt lächelte sie mich wieder mit diesem gütigen Blick an. Dabei zwinkerte sie mir verschmitzt zu.

Tatsächlich verbrachten wir wunderschöne Tage miteinander. Wir kamen gut zusammen klar und hatten unendlich viele interessante Gespräche. Die ganze Zugfahrt über überhäufte das Personal uns mit viel zu viel Aufmerksamkeiten. Und als wir uns auf den Gleisen von Warveley Station verabschiedeten, gab mir Madame Dupont ihre Karte und klopfte mit ihrem schönen, langen Zeigefinger auf mein Brustbein.

»Falls Sie, lieber Sebastien, einmal jemanden brauchen, dem Zahlen lieb sind.«

Natürlich werden wir in Kontakt bleiben. Wir haben auch schon eine weitere Zugreise geplant.

 

Sebastian nimmt einen großen Schluck Bier. Es schmeckt scheußlich warm und schleudert ihn mit entsprechender Härte in die Gegenwart zurück.

Im Raum ist es still. Sebastian sieht sich unsicher um.

»Wow!«, haucht Tom. Anerkennend nickt er seinem Kumpel zu. Ringsherum wird wieder geatmet.

Trotzdem bleibt es noch einen langen Moment ruhig.

Dachte ich es mir doch. Nicole lächelt zufrieden.

»Auf Madame Dupont!« Tom hält seine Flasche Bier in die Höhe.

»Auf die Liebe! Auf alle Laternen!«

»Auf Madame Dupont! Auf die Liebe! Auf alle Laternen!«, kommt es im Chor zurück.